Foto (von links): Lila Dwason, Nora WIeners, Loreen Lensdorf

Transatlantischer Austausch drei junger Demokratinnen

Kreis Höxter. Sie sind jung, weiblich, weltoffen und politisch engagiert. Zwei von ihnen – Nora Wieners, 29, und Loreen Lensdorf, 23 – sind im Kreis Höxter aufgewachsen, die Andere – Lila Dawson – über 5200 Kilometer von hier entfernt. Die 18-Jährige kommt aus South Carolina (USA) und verbringt in Warburg ein Auslandsschuljahr, sie besucht derzeit das Hüffertgymnasium.

Ihre Heimaten jenseits und diesseits des Atlantiks sind gar nicht so grundverschieden, stellt Lila fest. „In South Carolina wohnen wir in der countryside, ländlich wie hier.“ Kleinstädtisch geprägt sei ihre Herkunftsregion. Ihre Mutter leitet 13 öffentliche Bibliotheken in ihrem District Aiken County, einem Landkreis wie Höxter vergleichbar. Lilas eigene berufliche Interessen richten sich auf sozio-kulturelle Themen und Psychologie.
Die drei jungen Frauen verbindet insbesondere das politische Engagement. Lila Dawson hat sich über ihre Gastfamilie in Ossendorf bei den Jusos gemeldet. Ihre erste Ansprechpartnerin dort Loreen Lensdorf. Zur Juso-Jahresversammlung war die junge Frau aus Amerika deshalb bereits in Loreens Heimatort Kollerbeck zu Besuch. Jetzt hat Nora Wieners als stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende die Amerikanerin zu einem Kennenlerntreffen nach Warburg eingeladen.
Lila selbst ist bei den „young democrats“ engagiert, der Jugendorganisation der Partei des amerikanischen Präsidenten Joe Biden. Einige ihrer Motive sind auch die Themen, die Nora Wieners wichtig sind: Arm und Reich, soziale Wohlfahrt, insbesondere Frauenrechte und Gleichberechtigung. Die drei jungen Demokratinnen finden eine weitere Gemeinsamkeit. Auch die Deutschen haben als Schülerinnen im Rahmen von Auslandsaufenthalten andere Länder erkundet: Nora Wieners war in Südafrika, Loreen Lensdorf in Frankreich und Irland.
Lila fordert für die USA auch „gun control“, kontrollierten Waffenbesitz. Zunehmende Gewaltbereitschaft und Rassismus sei auch in Deutschland ein großes Problem, so die jungen Politikerinnen aus dem Kreis Höxter. „Bildung gut, gerecht und gebührenfrei“ – für dieses wie für die anderen Ziele der sozialdemokratischen Landtagskandidatin Nora Wieners zeigt Lila großes Interesse.
Lila pendelt oft zwischen Warburg und Paderborn. Sie genießt den Vorteil des öffentlichen Schnellbusses auf dieser Strecke, den sie in Amerika so nicht kenne. In der Domstadt trifft sie sich häufig mit einer anderen amerikanischen Gastschülerin. Über „Maps“ findet sie jeden Winkel in der Stadt an der Pader wie in der Stadt an der Diemel. Die grünen Ecken mag sie besonders gern.
Die Besucherin aus Übersee ist auch für Insidertipps offen. Nora Wieners gibt gerne Auskunft und Adressen. Gut gelaunt, augenzwinkernd und etwas stolz setzt Lila Dawson die Schlusspointe: „Und wenn Nora dann später Bundeskanzlerin ist, kann ich zu Hause sagen: Sie hat mir den Friseur empfohlen!“