SGK – Kreisverband Höxter

von Dietmar Kanand (Kommentare: 0)

Der Einladung des SGK-Kreisverbandes Höxter zur Podiumsdiskussion „Zukunftsperspektiven der Landwirtschaft“ am 30.09.2017 in Rolfzen sind viele Menschen gefolgt.

Andreas Surmann eröffnete die Veranstaltung gleich mit spannenden Fragen.

Wer hat eigentlich Schuld an der Landwirtschaft, wie wir sie derzeit haben?

  • Mit Milchkühen, die im Alter von 3 bis 5 Jahren bereits zum Schlachter wandern,
  • Hühnern, die kaum noch laufen können und
  • eingesperrten Säuen, die mehr Ferkel gebären, als sie säugen können?

Ist es die Politik, der Verbraucher oder der Landwirt?

Wie kommen wir wieder raus aus dem System, das sich „ländlicher Strukturwandel“ nennt?

In dem immer mehr Lebensmittel von riesigen Agrarkonzernen produziert werden und kaum ein durchschnittlicher Landwirt noch von seiner Arbeit leben kann, ohne Millionen Kredite abzahlen zu müssen?

Diese und andere Fragen wurden mit fachkundigen Gesprächspartnern diskutiert:

Dr. Tanja Busse, Moderatorin, Autorin und Publizistin, moderierte die Podiumsdiskussion.

Dr. Wilhelm Priesmeier (MdB), agrarpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Sprecher der Arbeitsgruppe Ernährung u. Landwirtschaft, Tierarzt.

Antonius Tillmann, Vorsitzender Landwirtschaft Kreisverband Höxter. Führt mit seinem Sohn den Familienbetrieb.

Josef Jacobi, Biohof Jacobi in Borgentreich. Verkauft im Hofladen eigene Produkte mit Qualität und Frische aus dem Warburger Land sowie Käse aus der neuen Bio-Käserei. Gemeinsam mit 16 Landwirten gründete Herr Jacobi eine Molkerei. 

Dr. Thomas Wassong, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Paderborn (solidarische Landwirtschaft). „Die Landwirtschaft, nicht das einzelne Lebensmittel wird finanziert.“

Marius Pötting, solidarische Landwirtschaft, Vauß-Hof Salzkotten. Als junger Mann wollte Marius Pötting den elterlichen Hof nicht weiterführen. Er ging nach Brasilien und arbeitete dort mit landlosen Bauern. Wieder in der Heimat stellte Marius Pötting den elterlichen Hof auf Bio-Betrieb um. Sein Geschäftsmodell: Solidarische Landwirtschaft. Bei der solidarischen Landwirtschaft werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von den Teilnehmern mit organisiert und finanziert wird. 80 Familien holen ihre Lebensmittel vom Vauß-Hof. Sie helfen selbst in der Woche zwei Stunden in der Landwirtschaft. 

Hartmut Böhner, Kiliani-Hof Lichtenau. Vom Saulus zum Paulus. Heute Öko-Bauer mit Vorzeigehof.

Es wurde rege diskutiert. Von der Angst des Landwirts, der vom Hof nicht mehr alleine leben kann, bis hin zum Butterpreis. 

Allen war klar, dass sich etwas ändern muss. Das Landwirtschaft ökologischer werden muss und dass die Landwirte bessere Preise brauchen und Planungssicherheit.

Die Frage ist, auf welchem Weg das erreicht werden kann. Ob bessere Kennzeichnung hilft, Fleisch zu verkaufen.

Alle, die fachkundigen Gesprächspartner sowie die interessierten Konsumenten waren sich einig, dass dieser Dialog miteinander wichtig ist und fortgeführt werden muss.

Zum Schluss der Podiumsdiskussion wurde ein kleiner Imbiss gereicht. Es war wieder eine gelungene Veranstaltung des SGK-Kreisverbandes Höxter.

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