SPD sieht Chancen für „sachliche Schuldebatte im Kreis Höxter“
Kreis Höxter. „Der Wandel der Schullandschaft im Kreis Höxter wird im wesentlichen durch den Bevölkerungsrückgang und den Elternwillen bestimmt. Politisches Ziel bei der Neugestaltung muss gute Bildung für die Kinder sein. Verharren in der Systemdebatte ist schädlich. Wir sehen deshalb jetzt die jüngsten Äußerungen des CDU-Kreisvorsitzenden Jürgen Hermann als einen Beitrag in eine konstruktive Richtung! Zum ersten Mal seit Beginn der Bildungsdiskussion im Kreis Höxter hat er öffentlich nicht auf seinen bildungspolitischen Ansatz des dreigliedrigen Schulsystems bestanden“, erklärt der SPD-Vorsitzende Werner Böhler. Offensichtlich könne nun „die notwendige schulpolitische Debatte im Kreis Höxter“ versachlicht werden.
Böhler weist dabei auf Entwicklungen hin, die es dabei zu beachten gelte: „Die Schüler, die außerhalb unseres Kreises eine Schule besuchen, gehen in erster Linie auf die Gesamtschulen in den Nachbarkreisen (Lippe und Paderborn sowie Hessen), weil in unserem Kreis keine Gesamtschulen angeboten werden. Schon jetzt werden in jedem Jahr im Kreis Höxter Schulen geschlossen. Bis jetzt sind es die Grund- und Hauptschulen. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, wann wegen Schülermangels auch die ersten Realschulen und Gymnasien als solche nicht mehr weiter geführt werden.“ Weitere Wege für die Schülerinnen und Schüler würden dann die Folge sein. Die SPD-Kreistagsfraktion hat auf dieses Problem bereits vor fast zwei Jahren hingewiesen. Dieser Gefahr gelte es entgegenzuwirken.
Darum regen Böhler an, „ernsthaft über die Bildung von Gemeinschaftsschulen oder Gesamtschulen nachzudenken, weil nur diese Schulformen eine Garantie für eine wohnortnahe Bildung bieten können“. Und auch dies gehöre zur Chancengerechtigkeit für alle Kinder im Kreis.
Der SPD-Kreisvorsitzende bittet um Redlichkeit in der Debatte: „Es hat während der Regierungsverantwortung der CDU von 2005 bis 2010 schmerzhafte Schulschließungen gegeben. Die Kreis-SPD hat hieraus keine parteipolitische Auseinandersetzung gemacht, sondern ist für neue, gute Lösungen vor Ort eingetreten. Es werden auch in den nächsten Jahren Schulschließungen geben. Weitere Schulstandorte müssen aufgegeben werden. Die CDU sollte sich davor hüten, aus weiteren Schulschließungen parteipolitisches Kapital schlagen zu wollen, nur weil die Bildungspolitik auf Landesebene jetzt wieder rot-grün geprägt ist. Das wäre unredlich und zum großen Nachteil für die junge Generation. Umgestaltungen hin zu Gemeinschaftsschulen sind möglich und sinnvoll. Hieran sollten wir alle gemeinsam mitwirken.“
